Motivation, Momentum in der Organisation aufbauen



Volker Schulz - Director Board and Executive in Hamburg - berät Unternehmen aus der Branche bei Themenstellungen wie Board & Executive Search, Executive Appraisals & Audits, Internationale Besetzung von Führungspositionen. Wenn Sie Fragen an ihn haben, nehmen Sie gerne Kontakt mit ihm auf.

Die Motivation der eigenen Mitarbeiter ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Unternehmen. Doch Umfragen in deutschen Unternehmen offenbaren, dass hier viel Potenzial brach liegt. Monetäre Anreize allein werden das nicht ändern.


Jedes Jahr ermittelt das Markt- und Meinungsforschungsunternehmen Gallup den sogenannten Engagement-Index, der den Grad der emotionalen Bindung von Mitarbeitern an ihr Unternehmen abbildet. Die vor kurzem präsentierten Ergebnisse der jüngsten Umfrage ergeben ein alarmierendes Bild: Lediglich 16 Prozent der knapp 1370 befragten Arbeitnehmer gaben an, eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber zu verspüren und sich freiwillig für die Ziele ihrer Firma einzusetzen. Die große Mehrheit (67 Prozent) leistet dagegen Dienst nach Vorschrift und jeder Sechste (17 Prozent) hat innerlich bereits gekündigt.

Für Unternehmen hat diese gleichgültige oder gar negative Einstellung ihrer Mitarbeiter weitreichende Folgen: Mitarbeiter, die innerlich bereits gekündigt haben, kosten weit mehr als ihr Gehalt. Solche Mitarbeiter sorgen für schlechte Stimmung im Unternehmen und können so auch andere Kollegen demotivieren. Sie zeigen sich gegenüber Kunden und Lieferanten meist weniger engagiert und können so das Image des Unternehmens beschädigen. Oder aber sie wechseln am Ende zu einem anderen Unternehmen, was einen nicht zu unterschätzenden Kostenfaktor darstellt. Sowohl die Neuausschreibung als auch die Einarbeitung kosten Geld, hinzu kommt der Know-how-Verlust und schlimmstenfalls die Abwanderung von Kunden. Je gravierender der Mangel an Fach- und Führungskräften in einer Branche ist, desto höher fallen diese Kosten aus.

Es stellt sich also die Frage, was Unternehmen auch in den Erneuerbaren tun können, um die emotionale Bindung ihrer Mitarbeiter und damit auch deren Motivation zu erhöhen. Hier kommt den Führungskräften eine Schlüsselrolle zu, denn Mitarbeiter sind vor allem dann zufrieden, wenn ihre Kompetenzen und ihre Aufgaben ein hohes Maß an Übereinstimmung aufweisen. Wichtig ist, die Mitarbeiter so einzusetzen, dass sie nicht dauerhaft unter- oder überfordert sind und dass die vereinbarten Ziele mit den vorhandenen Mitteln erreicht werden können. Positive Ergebnisse und die entsprechende Anerkennung dafür wirken sehr motivierend und erzeugen ein leistungsförderndes Momentum. Führungskräfte sollten also die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter kennen und diese in der täglichen Führungsarbeit gezielt ansprechen und einsetzen. Das erfordert den regelmäßigen Dialog und Austausch mit den Mitarbeitern. Das gilt sowohl für die Sach- als auch die Beziehungsebene. Ein Lob an der richtigen Stelle und konstruktive Kritik sowie gegebenenfalls Unterstützung, um Ziele zu erreichen, wirken weit motivierender als rein materielle Belohnungen. Dass sich gute Arbeit in einem der Branche und Position angemessenen Gehalt niederschlagen sollte, versteht sich von selbst. Je höher oder komplexer die Position angesiedelt ist, desto mehr Eigenverantwortung sollte damit verbunden sein. Ziele können gemeinsam erarbeitet werden, die Mittel und Wege zur Erreichung der Ziele sollten dagegen weitgehend dem Mitarbeiter überlassen werden. Im Rahmen von Jour Fixes können Führungskräfte sich regelmäßig auf den aktuellen Stand bringen und unterstützend eingreifen.

Auf der Beziehungsebene werden vor allem die Führungskräfte von ihren Mitarbeitern mit Anerkennung und Loyalität belohnt, die authentisch agieren. Das heißt sie tun das, was sie sagen und leben Einsatz und Leistungsbereitschaft vor und verlangen diese nicht nur von ihren Mitarbeitern. Im besten Fall räumen sie ihren Mitarbeitern die strukturellen und organisatorischen Hürden aus dem Weg, sodass sie die vereinbarten Ziele besser erreichen können. Das Gefühl, an einem Strang zu ziehen, an Erfolgen angemessen beteiligt und bei Misserfolgen nicht allein im Regen stehen gelassen zu werden, schafft Vertrauen - und damit die Basis für eine emotionale Bindung, von der Unternehmen so sehr profitieren.