Jedes Ziel braucht seine Zeit



Andreas Thomas, Vertriebsleiter Vensys Energy, über kurz- und langfristige Ziele im Management.

Wie gelingt es Führungskräften, den Konflikt zwischen dem Erreichen ihrer kurz- und langfristigen Ziele zu lösen? Volker Schulz, Director Board & Executive bei Mercuri Urval, sprach darüber mit Andreas Thomas, Head of Sales, Vensys Energy AG.

Nachhaltiger Erfolg wird nur erzielt, wenn langfristige mit kurzfristigen Zielen kombiniert werden. Wie gelingt Ihnen die richtige Balance?


Andreas Thomas: Vor dem Hintergrund limitierter Zeit und Ressourcen kommt es vor allem auf den richtigen Fokus an. Ich definiere mit meinen Mitarbeitern, welche Ziele unser Funktionsbereich erreichen möchte und mit welchen Mitteln sie erreicht werden können. Prioritäten werden gesetzt, aus denen sich dann sehr gut die entsprechenden Leistungsbeiträge des eigenen Verantwortungsbereichs und der Mitarbeiter ableiten und umsetzen lassen. Natürlich ist dies kein starres Konzept, sondern wird von uns laufend an die aktuelle Marktsituation angepasst.

Was sind aus Ihrer Sicht typische kurz- und langfristige Ziele und wie ist deren Gewichtung in Unternehmen?


Andreas Thomas: Das hängt vom jeweiligen Managementlevel und Funktionsbereich ab, ebenso von der aktuellen Situation des Unternehmens. Als Geschäftsführer einer lokalen Einheit haben Sie andere individuelle Ziele als ein globaler Vertriebsleiter. Aus meiner Erfahrung sind kurzfristige Ziele häufig präsenter, weil sie sich direkt im Tagesgeschäft wiederfinden. Das sind aktuelle Maßnahmen für Projektanbahnungen und -abschlüsse, damit Umsatzziele und weitere finanzwirtschaftliche Kennzahlen erreicht werden. Die wichtige Aufgabe für mich als Führungskraft besteht aber auch darin, die Diskussion über erfolgskritische langfristige Ziele im Unternehmen anzuregen und entsprechende Maßnahmen zu initiieren, zu steuern und zu überwachen. Ich halte es für strategisch notwendig, mit Kollegen und Mitarbeitern gemeinsam daran zu arbeiten, unseren Mehrwert für den Kunden kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Sie sprechen damit die Bedeutung der internen Zusammenarbeit an. Wo lauern für Sie als Führungskraft die Gefahren, die passende Ausgewogenheit bei der Zielerreichung zu verfehlen?


Andreas Thomas: In meiner Verantwortung sehe ich, die Aufmerksamkeit innerhalb des Unternehmens auf unsere langfristigen Ziele zu richten. Dies erfordert von mir als Manager die richtige Themensetzung und vor allem die passende Einteilung meiner Zeit. Wenn ich als Vertriebsleiter meine Zeit ausschließlich in die erfolgreiche Finalisierung von Projekten investiere und mich besonders über meine eigenen individuellen Vertriebserfolge definiere, werden Themen wie die Entwicklung von Mitarbeitern auf der Strecke bleiben.

Das Gespräch führte Volker Schulz